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Nationalpark |
Die Insel Mellum |
Liebe Besucherinnen, liebe Besucher! Diese Seite soll Sie über die Besonderheiten der Insel informieren. Möchten Sie mehr über Mellum erfahren, so sei Ihnen das folgende Buch empfohlen: Gerdes, G. / Krumbein, W.E. / Reineck, H.E.: Mellum - Portrait einer Insel, Frankfurt 1987, W. Kramer-Verlag, ISBN 3-7829-1107-5, 345 Seiten Mellum - Paradies zwischen Jade und WeserMellum ist eine relativ junge Düneninsel an der Nordspitze des Hohe-Weg-Wattrückens. Sie ist erst im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts auf der Wattwasserscheide zwischen Jade und Weser entstanden. Der Flutstrom, der von Nordwesten aufläuft, transportiert Sand heran, aus dem sich Sandriffe aufbauen. Die Brandung schiebt den Sand hoch und bildet einen Strandwall, der auf alten Seekarten als 'Hochdünkirchen' bezeichnet ist. Wasserströmungen und Winddrift erhöhen die Sandplate, Pflanzen siedeln sich an und halten den Sand fest, so daß Dünen entstehen. Im Schutz der Dünen entwickelt sich eine Salzwiese. Das Grünland ist von sieben Hektar im Jahre 1903 auf heute über 75 Hektar gewachsen. Der Oldenburger Dr. h.c. Heinrich Schütte und Karl Satorius verfolgen am Anfang dieses Jahrhunderts die Entwicklung genau, notieren alle Veränderungen und legen entscheidende Grundsteine für die heutigen wissenschaftlichen Arbeiten. Während des zweiten Weltkrieges erfolgt der einzige künstliche Eingriff in die natürliche Entwicklung der Insel: in der Südhälfte wird durch Sandaufspülungen ein Ringdeich errichtet und eine vier Hektar große sturmflutsichere Fläche -'das Eingedeichte'- geschaffen. Bunkerruinen und Betonklötze zeugen noch heute davon, daß sich hier einst eine FlaK-Batterie befand. Mellum heuteStändig ändert die Insel Ihr Gesicht. Sandbänke entstehen und verschwinden. Dünen werden vom Wind aufgeweht, winterliche Sturmfluten nagen an ihnen und spülen sie davon. An anderer Stelle erhöht herangewehter Wind die Insel. Schlickfelder verlagern sich. Das Grünland mit der Salzwiese wächst und dehnt sich weiter aus. Tiefe Priele durchschneiden diesen Inselbereich. Vom Menschen unbeeinflußt gestalten vor allem die Naturkräfte -Wind und Wasser-, aber gleichfalls Vögel und Pflanzen die Insel. Deshalb hat Mellum für den Nationalpark eine ganz besondere Bedeutung und zählt zur Ruhezone, die streng geschützt ist. Die Tierwelt der Insel MellumAnfangs war Mellum eine Insel der Seeschwalben. Mit der Veränderung der Vegetation änderte sich auch die Zusammensetzung der Brutvogelarten. Heute ist Mellum eine Insel der Möwen. Es brüten hier etwa 12.000 Paare Silbermöwen, deren Ruf im Frühjahr und Sommer die Luft erfüllt. Unüberhörbar sind zudem die Rufe der Austernfischer, die auf Mellum mit mehr als 500 Brutpaaren vetreten sind. Im Herbst und Frühjahr suchen Hunderttausende von Wat- und Wasservögeln die Insel und die sie umgebenden Sandplaten und Wattflächen auf. Hier können sie ungestört rasten und fressen- entscheidende Voraussetzungen, um das nötige Fettpolster für den Weiterflug ins Winterquartier oder in das Brutgebiet anlegen zu können. Mellum und das südlich angrenzende Hohe-Weg-Watt mit seinen zahlreichen Sandbänken ist einer der wichtigsten Seehund-Lebensräume im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. |
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